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Kaum ein anderes
Nagetier wird so zahm, so zutraulich wie die Farbratte. Das
ausgeprägte Sozialverhalten ist ebenso interessant zu
beobachten wie der unermüdliche Spieltrieb. Farbratten
sind ideale Heimtiere für Tierfreunde aller Altersklassen.
Da Ratten bevorzugt in den Morgen- und Abendstunden aktiv
sind, kann auch der berufstätige Mensch diese Tiere halten.
Die ursprüngliche Heimat sind weite Teile Ostasiens,
ab dem Mittelalter gilt das Vordringen nach Europa als sicher.
Ungefähr seit dem Jahr 1050 lebten sie an der norddeutschen
Küste, aber erst seit Beginn des 18. Jahrhunderts kann
man von europaweiter Verbreitung ausgehen. Ratten leben in
streng gegliederten Familiengruppen und sind recht anpassungsfähig.
Vor mehr als 100 Jahren begann der Mensch die planmäßige
Zucht. Auch in freier Wildbahn traten Albinos auf, d.h. Tiere
ohne Haut- und Haar-Pigmente, und man kreuzte sie mit wildfarbenen
Wanderratten. Nur von diesen, wissenschaftlich Rattus
norvegicus genannten Wanderratten stammen übrigens
unsere Labor- und Heimratten ab. Mit der missverständlich
Hausratte genannten Dachratte Rattus rattus
haben sie nichts zu tun. Mittlerweile gibt es über 100
feste Inzuchtstämme mit unterschiedlichsten Eigenschaften
und private Züchter haben munter drauflosgekreuzt und
eine weitere Vielfalt erzeugt. Daher stimmt auch das häufig
verbreitete Vorurteil nicht generell, dass zahme Ratten nur
deshalb nicht allzu alt werden, weil sie auf Krankheit
und Anfälligkeit gezüchtet worden wären.
Im Gegenteil, viele Laborzuchten legten Wert auf recht langes
und gesundes Leben bei hoher Fruchtbarkeit, aber biologisch
sind bei allen Kleinsäugern nun einmal nicht mehr
drin als ein paar Jahre.
Bei Beherzigung von einigen Grundregeln wird man diese Vorgabe
der Natur auch weitmöglichst ausschöpfen können:
Der Standort für
das Rattenheim sollte zwar hell und warm sein, jedoch nicht
in der Nähe von Heizkörpern liegen oder durch Sonneneinstrahlung
zu extremen Aufwärmungen neigen. Dass die Tiere keinerlei
Zugluft vertragen und davon ernsthaft erkranken können,
bedarf wohl kaum besonderer Erwähnung.
Zur besseren Beobachtung
und um den Tieren unnötigen Stress zu ersparen, sollte
das Heim nicht auf dem Boden, sondern besser erhöht auf
einem Tisch oder Schränkchen stehen. Genügend Abstand
zu Radio- oder Fernsehgeräten sollte wegen des empfindlichen
Gehörs der Farbratte absolut gewahrt werden. Ein Freilauf
in der Wohnung ohne Ihre aufmerksame Beobachtung birgt vielerlei
Gefahren!
Ebenso wie die Wanderratte
lebt auch unsere Farbratte gerne mit mehreren Artgenossen
zusammen im Rudel. Selbst bei gutem Willen wird es Ihnen nie
vollständig gelingen, das Zusammenleben mit Artgenossen
zu ersetzen. Deshalb ist die Anschaffung von wenigstens zwei
gleichgeschlechtlichen Tieren empfehlenswert. Übrigens
werden auch mehrere Ratten ebenso zahm und zutraulich wie
ein einzeln gehaltenes Tier.
Da
sich die Tiere die meiste Zeit des Tages in ihrem Heim aufhalten,
sollte er nicht nur geräumig, sondern auch sinnvoll ausgestattet
sein. Mit Ästen, Röhren und Sitzbrettern sollte
eine dreidimensionale, also mehrgeschossige Einrichtung geschaffen
werden. Futternapf, Trinkröhrchen und natürlich
wenigstens eine Schlafhöhle, mit etwas zookauf-Heu oder
Stroh ausgepolstert, sollen nicht fehlen. Der weiteren Ausstattung
mit Seilen und Leitern sind keine Grenzen gesetzt. Manchmal
gelingt es, die Ratten zum Benutzen einer mit Sand oder Katzenstreu
gefüllten Toilettenschale zu bewegen.
Zum Transport nach dem
Kauf oder auch zu späteren Gelegenheiten eignen sich
besonders gut transparente Plastik-Transportbehälter
mit ausreichend Luftschlitzen. Bei winterlichen Temperaturen
sollten Sie den Transportbehälter zusätzlich noch
mit einem Handtuch o.ä. isolieren, um das Tier vor Kälte
oder Zugluft zu schützen. 
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